All-Inclusive neu: Wie funktioniert der Impfurlaub?

Die Zeiten, in denen man Pauschalreisen inklusive Essen, Trinken und einem unterhaltsamen Entertainmentprogramm zu einem Preis gebucht hat, sind vorbei. Im Jahr 2021 wird „All Inclusive“ neu interpretiert.

Einen kleinen Pikser in den Oberarm in Kombination mit einem Städtetrip oder einem Wellness-Urlaub, klingt verlockend? Genau dieses Konzept bieten nun zahlreiche Reiseanbieter an. Doch ob diese Art von Urlaub tatsächlich eine gute Idee ist? Wir haben es genauer unter die Lupe genommen.

All Inclusive neu interpretiert

Was hilft wirklich gegen das Corona-Virus? Impfen, impfen und nochmal impfen. Und weil der Impfprozess in Österreich und Deutschland bisher - nennen wir es „schleppend“ - vorangeht, stößt man im Internet auf zahlreiche Angebote für sogenannte „Impfreisen“. Besonders beliebt: Russland.

Doch hierbei handelt es sich nicht um gewöhnliche Sightseeing-Trips in die russische Metropole Moskau. Eine Sache ist bedeutend anders. Neben dem klassischen Touristenprogramm gibt es zu Beginn der Reise einen kleinen Pikser obendrauf. Trotz Reisebeschränkungen und der Tatsache, dass die Impfdosen für Einheimische besetzt sind, lassen sich einige Reiseanbieter die Chance, den Tourismus anzukurbeln, nicht nehmen.

Russland lockt mit "Sputnik V"-Impfstoff

Auf Seiten wie „meine-impfreise.com“ werden jede Menge Flüge von Berlin oder Frankfurt (ab 24.04.2021) für Impfwillige nach Russland angeboten. Grundsätzlich ist es deutschen Touristen erlaubt, sich im Ausland behandeln und impfen zu lassen. Russland stellt den Impfstoff Sputnik V kostenlos zur Verfügung.

Das bedeutet, Touristen zahlen lediglich die Kosten, welche während der Behandlung in einer Privatklinik entstehen. Diese haben laut Reiseanbieter seitens der russischen Regierung die Genehmigung, die Impfungen auch an nicht-russischen Staatsbürgern durchzuführen. Ob Impfung während eines dreiwöchigen Wellnessurlaubes oder eines Städtetrips in die russische Hauptstadt Moskau – hier gibt es nichts, was es nicht gibt.

Impfstopp am Flughafen

Um die Beantragung des russischen Visums zu umgehen, und um sich somit auch Kosten zu ersparen, plant Moskau für die Zukunft ein Impfzentrum direkt am Flughafen.

Dieses Konzept ermöglicht es sogar, Reisende im Transitbereich des Flughafens bei einer Zwischenlandung zu impfen. Das bedeutet konkret: Auf dem Weg in den Badeurlaub in die sonnige Türkei kann man einen kurzen Impfstopp am Moskauer Flughafen einlegen.

Die Lage in Österreich

Mit über 5.000 Voranmeldungen für sogenannte Impfreisen wirbt man auf der Homepage „impfreisen.at“. In 50 Staaten wird der russische Impfstoff Sputnik V bereits verimpft, in Europa jedoch noch nicht. Noch hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA das Vakzin nicht freigegeben und somit haben Reisende keinen Anspruch auf Entschädigung, welcher laut Impfschadengesetz grundsätzlich gegeben wäre. Momentan wolle man laut “impfreisen.at” allerdings auf die Zertifizierung des russischen Impfstoffs durch die EU warten, bevor Impfreisen tatsächlich abgewickelt werden.

Trotz Corona-Trubels dürfen wir dennoch auf einen All-Inclusive-Urlaub wie in guten alten Zeiten hoffen: Österreich startet diese Woche in die Impfphase 3 und schenkt uns damit einen Lichtblick in Sachen Urlaubsplanung.