Die skurrilsten Weihnachtstraditionen rund um den Globus

Ein geschmückter Weihnachtsbaum, reichlich Geschenke, Maroni und Glühwein sind für uns zu Weihnachten nicht mehr wegzudenken. Doch wie sieht es eigentlich mit den Bräuchen rund um den Globus aus?

Andere Länder – andere Weihnachtsbräuche. An Heiligabend singend mit den Liebsten vor dem Weihnachtsbaum ist dir mittlerweile schon zu langweilig? Wir haben außergewöhnliche und teils sehr skurrile Weihnachtstraditionen rund um die Welt gesammelt. Vielleicht ist die passende Inspiration für das nächste „etwas andere Weihnachten“ für dich dabei.

Japaner essen zu Weihnachten Kentucky Fried Chicken

Anders als in Europa, wird Weihnachten in Japan nicht wirklich als christlicher Feiertag zelebriert. Weihnachten gilt hier eher als romantischer Tag für Paare, oder als Anlass für ein Treffen mit der Familie und Kindern. Dennoch gibt es eine ganz besondere Tradition, die wir dir nicht vorenthalten möchten. Gefühlt die halbe Bevölkerung versucht an Weihnachten bei der amerikanischen Fast-Food-Kette KFC (Kentucky Fried Chicken) einen Tisch zu ergattern, oder sich zu mindestens ein Menü für die eigenen vier Wände zu sichern. Die Hintergründe dieser doch etwas ungewöhnlichen Tradition sind, dass der christliche Gedanke im Shinto und Buddhismus geprägten Japan, keine große Rolle spielte. Für große Konzerne war es dennoch von Bedeutung, riesige Weihnachts-Werbekampagnen im asiatischen Raum zu promoten. Ab 1974 startete also in Japan die „Weihnachten ist Kentucky“-Kampagne, welche sich bis heute zu einem kulinarischen Fixtermin etablierte.

Fun Fact: Rund um die Weihnachtsfeiertage macht die Fast-Food-Kette in Japan rund 5 Prozent des Jahresumsatzes.

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Statt Sushi gibt es in Japan zu Weihnachten frittiertes Hähnchen.

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Die spanische Weihnachtslotterie ist der Höhepunkt in der Vorweihnachtszeit. 

Das vermutlich beste Weihnachtsgeschenk gibt es in Spanien zu ergattern

Rund um Weihnachten findet in Spanien eines der bedeutendsten Events des ganzen Jahres statt. „La Loteria Navidad“, die spanische Weihnachtslotterie, welche mittlerweile schon seit über 200 Jahren stattfindet, zählt zu einer der größten und ältesten Lotterien der Welt. Traditionsgemäß findet die Ziehung, in welcher der Hauptpreis, genannt „El Gordo“, in einer Höhe von 4 Millionen Euro gezogen wird, am 22. Dezember statt. Die Ziehung ist zu einem großen öffentlichen Ereignis geworden, bei welchem sich die Teilnehmer mit ihren Scheinen versammeln und auf ein einmaliges Weihnachtsgeschenk hoffen. Während die Menschen bangen, werden die Gewinnerzahlen von zweiundzwanzig Schulkindern vorgesungen.

Fun Fact: Die Chancen auf den Hauptgewinn stehen bei unglaublichen 1:100.000.

Den Hexen in Ungarn entkommen

Schon mal was vom Luciafest gehört? Am 13. Dezember wird bis an Heilig Abend an einem ganz besonderen Möbelstück gebastelt – und zwar an dem Lucastuhl. Dieser Stuhl muss aus dreizehn verschiedenen Holzarten bestehen und darf jeden Tag nur um ein Teil ergänzt werden. Ist er fertig, wird er an Heiligabend mit in die Mette genommen. Glaubt man dem Brauch, erkennt derjenige, der sich auf den fertigen Stuhl stellt, die anwesenden Hexen. Doch nun heißt es laufen! Ist die Hexe erst einmal gesichtet worden, sollte man einen Zahn zulegen, um nicht von ihr geschnappt zu werden. Zuhause angekommen, gilt es, den Stuhl sofort zu verbrennen. Um auf der Flucht wichtige Minuten zu gewinnen, werden Mohnsamen gestreut, die die Hexe während der Verfolgungsjagd einsammeln muss.

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Chrristmas Pickle Challenge: Wer die Gurke in den Zweigen des Baumes zuerst entdeckt darf sich auf eine Belohnung freuen. 

Die amerikanische Weihnachtsgurke

Auf eine besonders skurrile Geschichte sind wir in den USA gestoßen. Die Amerikaner sind sich sicher: Die Gewürzgurke gilt als beliebte Dekoration an deutschen Christbäumen. Lustigerweise wissen die meisten Deutschen jedoch nichts von ihrer Vorliebe. Nichtsdestotrotz halten die Amis daran fest, einen vermeintlich deutschen Brauch übernommen zu haben.  Was passiert mit der Gurke also an Heiligabend? Die „Christmas Pickle“, ein Weihnachtsschmuck aus Glas, welcher die Form einer Gewürzgurke hat, wird an den Baum gehängt und die Festgäste müssen ihn finden. Der Gewinner der Pickle-Challenge darf sich auf eine Belohnung freuen.

Die Russen beschenken sich vor dem Jahreswechsel

Weihnachtsmann oder Christkind – wer kommt am 24. Dezember bei euch zu Besuch? In Russland kommt traditionsgemäß Väterchen Frost mit seiner Enkelin. Geschenke werden am 31. Dezember – pünktlich vor Beginn des Jahreswechsels ausgetauscht. Der Heilige Abend, so wie wir ihn kennen, wird in Russland am 6. Jänner gefeiert. Der erste Weihnachtsfeiertag ist demnach der 7. Jänner. Grund dafür ist, dass sich die russisch-orthodoxe Kirche an dem Julianischen Kalender orientiert und der römisch-katholische an dem Gregorianischen.

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In Russland freut man sich auf Väterchen Frost in Begleitung seiner Enkelin. 

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Am Weihnachtstag wird die Abhärtung der Iren in eisigen Temperaturen getestet. 

In Irland ruft der Atlantik

Ein Schauspiel der besonderen Art ereignet sich jährlich am Weihnachtsmorgen in Irland. Dutzende Iren versammeln sich am 25. Dezember, um gemeinsam ins klirrend-kühle Nass zu springen. Angefeuert werden die mutigen Wasserratten von zahlreichen Schaulustigen, welche sich vom Ufer aus das Spektakel live ansehen. Als Belohnung für den Gang ins Eiswasser dürfen im Anschluss Heißgetränke, wie ein Hot Toddy oder ein Whiskey-Punsch, nicht fehlen. Und abgesehen von jeder Menge Spaß, dient der alljährliche Gang ins Eiswasser in erster Linie einem gemeinnützigen Zweck.