Weihnachten in Peru: Die geheimen Brauchtümer der Andenbewohner

Von wegen stille Nacht - eine Mischung aus Tradition und westlichem Einfluss beschert den Peruanern große Feste. Sie erinnern zwar fern an unsere Bräuche, sind jedoch ganz anders. Ein kleiner Ausflug in die schwarze Weihnacht von Peru. 

Der Westen Südamerikas ist vor allem zur Weihnachtszeit bei Touristen sehr beliebt – das mag wohl an den vielen Feierlichkeiten und am warmen Wetter liegen. Dennoch gibt es regional einige Unterschiede, die von besinnlicher Familienzusammenkunft bis Party in den frühen Morgenstunden reichen. 

Wilde Partys zur schwarzen Weihnacht´

Ganz oben auf der peruanischen Liste stehen die Weihnachtskrippen (die „El Nacimiento“), die eine Nachempfindung von Betlehem darstellen. Umso pompöser desto besser. Diese Tradition haben sie wohl kaum von den Inkas. Sehr oft ist hier der westliche und amerikanische Einfluss zu sehen. Dazu gehören auch die Weihnachtsbäume aus Plastik mit Kunstschnee und Lametta in den Haushalten. In Peru ist nur der 25. ein Weihnachtsfeiertag, aber der wird ordentlich gefeiert, aber von Region zu Region unterschiedlich. An der warmen Küste feiert man das schwarze Weihnachten, bei dem der Glaube an das schwarze Kind (Niño Negro) zelebriert wird. Der Ursprung dieses Festes liegt in der Kolonialzeit, während der die Sklaven, die zum katholischen Glaube konvertiert wurden, das Christuskind mit afrikanischen Tänzen feierlich empfingen. Diese afro-peruanische Tradition wird heute vorwiegend in El Carmen - Chincha, in der Region Ica fortgelebt. Hier beben die Straßen abends vor lauter Musik und tanzwütigen Feiernden bis in die Morgenstunden. Hier gibt’s dazu einen Einblick.

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Wilde Tänze und laute Musik zur Weihnachtszeit.

Video: Ein Einblick in die peruanische Weihnacht´.

In Lima findet man ein ähnliches Weihnachten wie das unsere. Beleuchtung, Krippenspiele, viel Deko, Messen und so weiter.

Anbetung von Enmanuel

Hoch oben im Gebirge geht es ruhiger zur. Krippen werden aus Stroh und Lehm gebaut, während sanfte Klänge gespielt werden. Die Gemeindemitglieder halten die Weihnachtsfeste hier in bunten Trachten ab und beten dem „Niño Manuelito“ zu. Diese Bezeichnung des Christuskindes geht bis zur Ankunft der spanischen Kleriker zurück. Die Kirche bezog sich auf die Lobpreisungen an "Enmanuel", was „Gott ist mit uns“ bedeutet. Mit der Zeit wandelte sich der Name jedoch zu Manuel oder - wie so gerne in Südamerika - in Diminutivform - zu Manuelito.

Kinder verkleiden sich als Priester

In der Regenwaldregion feiern die Peruaner die Geburt Jesu Christi im engen Kontakt mit der Natur. Krippen aus Bananenblättern, auf den Tisch kommt Fisch und es wird Gebäck gebacken. Die Kinderlein verkleiden sich als kleine Priester und klopfen an die Türen der Bewohner um die schönste Krippe zu finden. 

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Krippen sind ein fixer Bestandteil der Festlichkeiten.