Warum Trainingscamps nicht nur für Profi-Sportler geeignet sind

Wie ein einst privat organisiertes Trainingscamp zu einem jährlichen Fixtermin für viele Hobbysportler wurde: Die Erfolgsgeschichte von Robert Fritz und seinem Team.

Zehn Jahre ist es her als Robert Fritz, promovierter Sportmediziner, für sich selbst und für seine Mitarbeiter ein Trainingscamp im privaten Rahmen organisierte. Was damals in einer sehr überschaubaren Runde stattfand, zählt heute in manchen Jahren weit über 50 Teilnehmer. Das Business lief sogar so gut, dass zur Unterstützung Ruefa, als professioneller Reiseanbieter, mit an Bord geholt wurde. Wir haben uns mit dem Gründer des Trainingscamps über seine Erfolgsstory unterhalten.  

RX: Herr Fritz, vom Sportmediziner zum Reiseveranstalter – Wie kam's dazu?

Robert Fritz: Die gesamte Ordination (inklusive mir) treibt sehr gern und vor allem viel Sport. Vor einigen Jahren haben wir nach einer Location gesucht, bei welcher sich verschiedene Sportarten gut kombinieren lassen. Wichtig war uns dabei, dass es reichlich Sonne und Urlaubsfeeling vor Ort gibt. 

Und sie fanden damals das Playitas Resort in Fuerteventura …

Fritz: Genau. Das Hotel hatte gerade ein 50-Meter-Freiluftbecken fertig gebaut. Darum entschlossen wir uns dem Ressort einen Besuch abzustatten. Als wir das erste Mal vor Ort waren und Fotos auf Social Media gepostet haben, erhielten wir viel positives Feedback und einige Patienten wollten uns sofort auf unserer Reise begleiten. Das war die Geburtsstunde unserer Camps. 

Jung oder alt, Profisportler oder Gelegenheitssportler - Wer fährt mit?

Fritz: Ganz unterschiedlich. Der Jüngste ist 19 Jahre alt und der Älteste ist 74 Jahre jung. 

 

© Robert Fritz

© Robert Fritz

© Robert Fritz

Ein 19-jähriger Triathlet mit einem 74-jährigen Pensionist - geht denn das?

Fritz: Ja natürlich. Jung und Alt profitieren sehr voneinander. Alle Teilnehmer sind Menschen für die Bewegung in ihrem Leben ein fixer Bestandteil ist. Es geht um mehr als ein bisschen Sportprogramm in einem All-Inclusive-Hotel.

Abgesehen vom 50-Meter-Freiluftbecken – Was hat das Trainingscamp noch zu bieten?

Fritz: Von Yoga-Stunden bis hin zu Aerobic-Einheiten gibt es alles, was das Sportler-Herz begehrt. Wir bieten Radausfahrten, Schwimmeinheiten, gemeinsames Laufen genauso wie Krafttraining und Stabilisierungsübungen. Informative Vorträge kommen auch nicht zu kurz. Wie zum Beispiel über gesunde und ausgewogene Ernährung. Außerdem haben wir Sportwissenschaftler mit an Bord, die die Grundzüge einer vernünftigen Trainingsplanung besprechen.

© Robert Fritz

Wie sieht ein typischer Tag im Trainingscamp aus?

Fritz: Grundsätzlich gilt: Alles kann, nichts muss. Jeder kann sich gerne einen Tag Zeit nehmen, um einfach am Strand mit einem Buch zu entspannen. Wir bieten ein Rahmenprogramm und jeder sucht das aus, worauf er gerade Lust hat. 

Gibt es viele Mitreisende, die sich speziell auf einen Wettbewerb vorbereiten? Marathon, Triathlon, etc.?

Fritz: Sowohl als auch. Das Trainingscamp ist perfekt für Triathleten und Läufer geeignet. Wir haben Teilnehmer dabei, die sich auf einen Ironman vorbereiten, aber auch Läufer, die das erste Mal einen Marathon laufen möchten. Genauso aber auch Hobbysportler, die sagen: Ich verbringe den Aktivurlaub mit euch, nehme nur jeden zweiten Tag am sportlichen Programm teil und möchte primär meine Seele baumeln lassen.

Warum eigentlich ausgerechnet im Jänner?

Fritz: Ende Jänner einen großen Grundlagen-Block zu absolvieren, ist ideal, um sich auf Wettkämpfe im Frühjahr vorzubereiten.

© Robert Fritz

Grundlagentraining bedeutet …

Fritz: … sich auf lange Trainingseinheiten mit niedriger Intensität zu fokussieren. Hier geht es noch nicht darum hochintensiv zu trainieren, denn im Jänner ist es noch zu früh. Fuerteventura bietet außerdem ideale Bedingungen. Sonnenschein, eine leichte Windbrise *lacht* und angenehme Temperaturen rund um die 25 Grad sind perfekte Voraussetzungen für ein Training. 

Brauch ich irgendwelche gesundheitlichen Checks vorab?

Fritz: Ein Gesundheitscheck ist nicht Pflicht, wird aber von uns empfohlen. Dies hat mehrere Gründe, zum einen die Gesundheit und zum anderen die Trainingseinheiten besser steuern zu können. Mit einer professionellen Leistungsdiagnostik können wir die Einheiten wissenschaftlich anpassen und gehen nicht  „nur“ nach dem eigenen Körperempfinden. Das bei vielen sehr oft falsch ist. (lacht)  

Welche Covid-Schutzmaßnahmen werden getroffen?

Fritz: Grundsätzlich findet sehr viel Open-Air statt. Das ist nicht nur Garant für die Sicherheit unserer Teilnehmer, sondern lässt auch die Schönheit der Natur genießen.

Und geht es eigentlich nur um Sport oder darf man sich auch auf gesellige Abende freuen?

Fritz: *lacht* Gesellige Abende stehen bei uns fest auf dem Programm. Wir lassen den Tag auch gerne einmal bei einem Glas Wein oder Bier ausklingen. Natürlich ist das hier keine Partywoche, aber ein gemütliches Beisammensein ist für die Gruppendynamik sehr wichtig.  

Sie haben erzählt, dass das Camp auch sehr gut von Paaren angenommen wird. Warum ist das so?

Fritz: Nun, es handelt sich hier meist um Paare, wo der eine sportlich betrachtet besser bzw. erfahrener ist als der andere. Wenn man auf unterschiedlichen Leistungsniveaus ist, gestaltet sich das gemeinsame Treiben von Sport meist schwierig. Das ist aber bei unseren Trainingscamps kein Problem! Der eine fährt in der stärkeren Gruppe mit und der andere in der schwächeren. Beide kommen aber zeitgleich wieder im Hotel an und erzählen sich von ihrem Tag. Trotz des unterschiedlichen Niveaus können dennoch gemeinsame Stabilitäts-Einheiten oder Lauftechnikkurse absolviert werden, wo das Tempo und die Leistungsfähigkeit nicht an erster Stelle stehen. Somit kommt die Zeit zusammen nicht zu kurz.  

 

© Robert Fritz

Paartherapie-Sessions by Fritz inklusive?

Fritz: *lacht* Zum Glück noch nie notwendig gewesen! 

Last but not least: Wird es ein Trainingscamp im Jänner 2022 geben?

Fritz: Natürlich bleiben wir immer up-to-date und halten uns an die aktuell geltenden Bestimmungen und hoffen bzw. blicken positiv in die Zukunft, dass das Trainingscamp nächsten Jänner möglich sein wird.

Herzlichen Dank für das Gespräch. 

 

Das Interview führte Victoria Frantes