Diagnose: Reisefieber

Reisewarnungen, mögliche Quarantäne und steigende Coronazahlen verleiden so manchem die Lust auf`s Reisen. Mit Vorbereitung und Vernunft braucht man dennoch nicht darauf verzichten. Ein Kommentar von Ursula Rischanek, freie Redakteurin. 

Es gibt zwei Symptome, von denen viele Menschen seit Monaten geplagt werden. Nein, die Rede ist nicht von Husten und Schnupfen, vielmehr handelt es sich um Reisefieber und Fernweh. Denn angesichts von Reisewarnungen, Quarantäne und steigenden Coronazahlen hat so mancher heuer schweren Herzens bereits auf seinen Sommerurlaub verzichtet und überlegt bereits, dies auch im Winter zu tun. 

Ein kleiner Schritt für den Urlauber, ein großer für den Tourismus

Dabei gibt es zahlreiche gute Gründe, dies nicht zu tun – sofern Länder sich nicht im Lockdown befinden oder Grenzschließungen dies unmöglich machen: Immerhin leben Millionen Menschen davon, dass andere auf Reisen gehen. Das sind nicht nur Reiseveranstalter, -büros, Hotels und Gastronomiebetriebe oder Fluglinien. Auch für Taxi- und Busfahrer, Bäcker, Fleischer, Landwirte, Textilerzeuger, Lebensmittelgroßhändler, Bierbrauer, Winzer und viele viele andere gilt das Motto: „Mitgefangen, mitgehangen“. Bricht ihr Einkommen teilweise oder sogar ganz weg, wirkt sich das auf ihre Kaufkraft aus. Und das bekommen irgendwann wir alle zu spüren, der Dominoeffekt lässt grüßen. Angesichts dessen hat kürzlich gar die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Tiroler Wirtschaftskammer unter dem Titel „Stoppt die kontraproduktiven Reisewarnungen und Beschränkungen im Grenzverkehr“ eine Onlinepetition gestartet.

 

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Unser ständiger Begleiter, der Babyelefant.

Reisen mit Babyelefant

Ein anderer Grund ist, dass man jetzt viele Destinationen so richtig genießen kann, die man sonst vor lauter Touristen gar nicht sieht. Natürlich gibt es derzeit auch keine Menschenschlangen, die darauf warten, in eine Kirche, ein Museum oder eine andere Sehenswürdigkeit eingelassen zu werden. Was noch dazu kommt: Reisen bildet nicht nur, es tut definitiv auch der Seele gut. Das ist ein Argument, das gerade in Zeiten von Social Distancing und Co. nicht von der Hand zu weisen ist. Und nicht zuletzt – oder vielleicht sollte dieses Argument gleich ganz am Anfang stehen - stecken sich die meisten Menschen derzeit im privaten Bereich an, gefolgt vom Arbeitsplatz und Freizeitaktivitäten. Nur zwei Prozent aller Infektionen sind dank strenger Hygienekonzepte auf die Gastronomiebranche zurückzuführen, und 3,4 Prozent auf den Tourismus. Sofern man also auch auf Reisen Abstand hält, Mund-Nasen-Schutz trägt und auf wilde Partys verzichtet, kann man sehr wohl den Koffer packen.

Beratung und Stornomöglichkeiten direkt vom Profi

Ganz abgesehen davon, hat sich auch die Reisebranche auf die aktuellen Rahmenbedingungen eingestellt: Reisebüros beraten daher nicht nur über sehenswerte Destinationen, sondern auch über etwaige Reisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen. Bei Veranstaltern und Beherbergungsbetrieben ist Sicherheit oberstes Gebot: sie setzen auf ihre bereits erwähnten und mittlerweile erprobten Sicherheits- und Hygienekonzepte und kommen Reisenden darüber hinaus mit tollen Angeboten und kundenfreundlichen Storno- oder Umbuchungsmöglichkeiten entgegen.

Wer also unter den eingangs erwähnten Symptomen leidet, sollte diese ehestmöglich mit einer Reise bekämpfen.

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