Gay Travel: Sichere Reiseziele für die LGTBQIA+ Community

Die Menschheit ist regenbogenbunt und alle wollen unbeschwert ihren Urlaub verbringen. Sexuelle Orientierung und Auswahl des nächsten, sicheren Reiseziels haben nichts miteinander zu tun. Oder vielleicht doch?

Was bedeutet LGTBQ?

Die Abkürzung LGTBQ steht für die englischen Worte "Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender and Queer". Im deutschen Sprachraum wird dieser Begriff ebenfalls verwendet und meint die Gesamtheit der homosexuellen, bisexuellen, transgender, transsexuellen, intersexuellen, asexuellen und queeren Menschen. Knutschende Mädels oder Händchen haltende junge Männer sind in Österreich unbeschwert unterwegs. Doch in 69 Ländern wird Homosexualität noch immer strafrechtlich verfolgt, in 11 von ihnen droht sogar die Todesstrafe. Darum müssen manche Urlauber genau überlegen, wohin sie reisen und welche Länder sie besser meiden.

Mögliche Probleme auf Reisen

Alle Menschen haben ein Recht auf sicheren Urlaub. Warum können Mitglieder der LGTBQ Community nicht ebenso sorglos verreisen wie heterosexuelle Männer oder Frauen? In Länder wie Brunei, Iran, Jemen, Mauretanien, Nigeria und Saudi-Arabien gilt für homosexuelle Handlungen die Todesstrafe. In Afghanistan, Pakistan, Katar, Somalia und die Vereinigten Arabischen Emirate kann diese unter bestimmten Bedingungen ausgesprochen werden. In anderen Ländern sind Gewalt, Hetze und Erpressung gegen Homosexuelle normal. Behörden schauen weg, Angriffe werden nicht strafrechtlich verfolgt. Grund genug, diese Länder zu meiden. Ansonsten kann es beim Beziehen des gemeinsamen Hotelzimmers Probleme geben. Auch Liebesbekundungen im öffentlichen Raum, wie Küssen oder Händchen halten, können gefährlich werden.

Ein Index für den Regenbogen

Weltweit sind es vor allem die ärmeren Länder Afrikas und die islamischen Staaten des Nahen und Mittleren Ostens, in denen man als Angehöriger der LGTBQ Community vorsichtig sein muss. In Europa sinkt die Akzeptanz von West nach Ost. Als Hilfsmittel zur Klassifizierung der LGTBQ-Freundlichkeit wurde 2009 der Regenbogen-Index eingeführt. Dieser berücksichtigt Punkte wie den Schutz durch Antidiskriminierungsgesetze, die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften oder die Verfolgung von Angriffen auf Menschen auf Grund deren sexueller Orientierung. 2022 liegt von 49 europäischen Staaten Malta mit 92 Prozent auf Platz 1, gefolgt von Dänemark und Belgien. Österreich schaffte es auf Rang 18, Deutschland auf Platz 15. Die vier Schlusslichter sind Russland, Armenien, Türkei und Aserbaidschan. In Ungarn, Polen, Rumänien und Bulgarien wird die Stimmung zunehmend LGTBQ-unfreundlicher.

Wo ist die LGTBQ Community in Europa unterwegs?

Österreich steht als Urlaubsland im Vergleich zu einer Vielzahl europäischer Länder sehr gut da. Dennoch gibt es bei uns Punkte, die verbessert werden könnten, wie z.B. endlich das Verbot sogenannter "Umpolungstherapien" gesetzlich festzuschreiben. Für Reisende ist Österreich jedoch ein sicheres Land, das mit speziellen Angeboten für die LGTBQ Community wirbt.
Unbeschwerten Urlaub für alle Liebenden bieten auch:

- Gran Canaria, Mallorca und Ibiza. Viele Bars, Clubs, Strände und Diskotheken dieser spanischen Inseln sind sehr LGTBQ-freundlich. Wer im Urlaub hauptsächlich Party machen und nette Menschen kennenlernen will, ist hier bestens aufgehoben. Legendär sind die Club-Paraden der Dragqueens und Go-Go-Boys, die abends durch Ibizas Straßen ziehen.
- Mykonos, Lesbos und Santorin. Diese griechischen Inseln sind ein Paradies für die LGTBQ Community und bieten Gay-Strände auf Mykonos oder jedes Jahr eine der größten Lesben-Partys der Welt auf Lesbos und natürlich Sonne, Meer, Cafés und Clubs.
- Berlin, Lissabon, Amsterdam, Stockholm, Kopenhagen und Wien. Sightseeing, internationales Flair, angesagte Clubs und eine lebhafte LGTBQ-Szene haben diese europäischen Hauptstädte zu bieten. Außerdem locken zahlreiche Events wie der Christopher Street Day, LGTBQ-Weihnachtsmärkte oder Gay Pride Paraden.
- Island und Schweden gelten als besonders lesben- bzw. queerfreundlich. Wer unter entspanntem Urlaub viel Natur und skandinavische Gemütlichkeit versteht, wird sich hier wohlfühlen.

Österreich ist bunt

Wien ist das Zentrum der LGTBQ Community Österreichs. Hier darf jeder jeden lieben, ohne mit Anfeindungen oder Strafen rechnen zu müssen. Empfehlenswert ist die App ivie. Als digitaler City Guide führt sie nicht nur zu Prater, Hofburg oder Stephansdom, sondern auch zum Schloss Belvedere des schwulen Prinzen Eugen. Man kann auf den Spuren lesbischer Erzherzoginnen wandeln oder im ältesten Schwulenclub Wiens die Nacht durchtanzen. Auf der Seite http://schwuler-urlaub.com/gay-hotels-wien/ finden sich ein gutes Dutzend Gay-friendly genannter Hotels und Hostels, oft in bester Lage und mit Extras wie Sauna oder Wellnessbereich. Vom luxuriösen Designhotel SO/Vienna bis zum einfachen Wombat's City Hostel Vienna Naschmarkt ist für jeden Geldbeutel etwas dabei.