Die Jungfernfahrt: Nach 18 harten Monaten ist das Ziel endlich erreicht

Hinter Nick Haydn liegen 18 Monate, in welchen er jede freie Minute an, unter oder auf seinem Geländewagen gearbeitet hat. Ein Weg, der sicherlich nicht einfach war, er aber auch dank der Unterstützung seines Kumpels Phil ein gutes Ende genommen hat.

Jedes Ende ist auch der Anfang von etwas Neuem und so ist es auch diesmal. Im letzten Bericht befand sich der Defender im Endspurt. Nun ist es aber endlich soweit! Nick darf sich endlich auf all das freuen, wofür er sich eineinhalb Jahre ins Zeug gelegt hat. Aufgeregt steckte Nick den Schlüssel in das Zündschloss, startete den Diesel-Motor, legte zielstrebig den ersten Gang ein, blickte nochmal in den Rückspiegel und dann begann eine besondere Reise - die Jungfernfahrt mit seinem Traum-Reisemobil, dem Defender 110 HT. Ein klares Ziel für diese Reise hat er nicht, aber eine grobe Richtung. 

Die Reise geht los!

Seine Route beginnt in Richtung Süden. An seinem Seitenfenster rauschen Felder, Wiesen und Wälder vorbei und aus den Talkesseln ragen entfernt die Schornsteine großer Industrieanlagen hervor. Als die Wiesen immer grüner und saftiger werden, türmen sich am Horizont langsam die ersten gewaltigen Bergketten auf und die Vorfreude auf sein Abenteuer wächst mit jedem Kilometer.

Einer ungestörten Nacht folgt ein entspannter Tag

Das erste idyllische Nachtlager befindet sich auf der italienischen Seite nahe der Brennerautobahn direkt an einem Flussbett, welches mit dem typischen grauen Gestein der Alpen aufgefüllt ist. Ein etwa vier Meter breiter und knietiefer Fluss schlängelt sich durch das weite Geröllfeld, das zu Zeiten der Schneeschmelze sicherlich komplett überflutet sein wird. Einer ruhigen ungestörten Nacht in der Natur, folgt ein genauso entspannter Start in den Tag. Im morgendlichen Sonnenschein genießt Nick das Frühstück auf der Dachterrasse seines Geländewagens. Bevor die Reise weitergeht, gönnt er sich noch ein kleines Powernapping. Mit dem beruhigenden Plätschern des Wassers aus den Bergen im Hintergrund fällt das Eindösen gar zu leicht ...

Freiheit pur!

Nick hat keine Termine, keinen Ort an dem er zu einem bestimmten Zeitpunkt sein muss. Freiheit pur!

Er lässt sich treiben und kommt hoch hinauf auf das Sella-Joch in den Dolomiten und auf der anderen Seite wieder ins Tal nach Canazei. Zum ersten Mal in diesem Jahr schnürte er am Morgen seine Bergstiefel und machte sich auf den Weg durch grüne Alpenwiesen.

Am Wegesrand entdeckte Nick ein paar schreckhafte Murmeltiere, die das morgendliche Sonnenlicht tankten. Über Geröllfelder geht es immer höher und die Wiesen weichen grauen Felsformationen, welche an eine karge aber beeindruckende Mondlandschaft erinnern. 

Ein Traum geht in Erfüllung

Bevor Nick weiterfuhr, erfüllte er sich in den Dolomiten noch einen besonderen Traum. Auf über 2200 Höhenmeter übernachtete er auf dem Passo Pordoi mit Ausblick ins Tal und auf die gewaltig aufragende Sella-Gruppe. Dank der Standheizung mit Höhenkit wird es in seiner kleinen Wohnung auf Rädern angenehm warm. Mit den vielen Holzmöbeln im Defender und einem wunderschönen Bergpanorama fühlt es sich an wie in einer Almhütte. 

Auf in Richtung Osten

Nach dem Aufenthalt in den Dolomiten verlässt Nick die Region und beginnt sein nächstes kleines Abenteuer. Für Nick und Defender Sir Henry geht es weiter Richtung Osten - genau genommen ins Soča-Tal nach Slowenien. Das Tal trägt den Namen des unbeschreiblich schönen Flusses, der sich abwechselnd in tiefen Schluchten und breiten Flussbetten durch das enge Tal schlängelt. Vor allem das Blau des Wassers ist es, was diesen Fluss so besonders macht. Es ist kristallklar und die Blau- und Türkistöne könnten schöner nicht gemalt sein. Das Wasser ist extrem kalt, aber für eine Abkühlung nach mehreren Wandertagen in dicken Bergschuhen genau richtig temperiert. 

Immer der Meeresbrise nach

Ein paar Tage genießt er die Ruhe und Abgeschiedenheit auf der Grenze zwischen Italien und Slowenien am Lago di Predil. Der Stausee wird an allen Seiten von flankierenden Bergen geschützt und scheint ein wenig vom Tourismus vergessen zu sein. Nur ganz selten bricht eine Windböe die Wasseroberfläche auf und lässt das Spiegelbild der Berge und des Himmels verschwimmen. Durch Slowenien und Ljubljana geht es weiter der salzigen Luft des Meeres folgend, quer durch das kleine Land, das viele Reisende nur als Transit nach Kroatien kennen.  Bei Rijeka rollt Nick mit dem Geländewagen über eine gewaltige Brücke, die das Festland mit der Insel KrK verbindet. Hier holt er Phil, der gerade seine Bachelorarbeit abgegeben hat, am Flughafen ab. 

 

 

Mit dem Defender finden die beiden immer wieder kleine Pisten und Wege, die bis ans Meer hinab führen. An der einen oder anderen Stelle kann der Allradantrieb das Fortkommen im losen und steinigen Untergrund sichern. Mancher Weg entpuppt sich auch als Sackgasse. Dann geht es einige Kilometer im Rückwärtsgang durch die engen Feldwege.

Alle Fotos sind von Jana Dömling 

Fazit

Einige Buchten teilen sich Nick und Phil nur mit dem Rauschen des Meeres und ein paar Meeresbewohnern, die allerdings genauso schnell im tiefblauen Wasser verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Während Nick in der kleinen Bucht am Strand auf einem Felsen sitzt, die Füße im kühlenden Wasser und die wärmende Sonne auf dem Rücken, wird ihm bewusst - die 18 Monate, die er in seinen Sir Henry investiert hat, haben sich mehr als gelohnt. 

„Diese Freiheit, die Einfachheit und die Nähe zur Natur habe ich mir so sehr gewünscht und ich genieße sie mit jedem Atemzug.“ Nick Haydn.