2 Wiener tauschen Wohnung gegen Schiff

Seit zwei Jahren schippern Barbara und Wolfgang ohne fester Adresse übers Meer. Wie es dazu kam, warum ihre Passagiere Pinguine sind und wie ihr Alltag auf dem Katamaran aussieht, haben sie uns Landratten erzählt.

Seit 20 Jahren ein Paar, seit 13 Jahren stolze Besitzer eines Katamarans und seit zwei Jahren ohne fixer Adresse. Das Abenteuer von Barbara und Wolfgang begann in einem Hafen von Kroatien. Wie der Alltag auf der „Pink Penguin“ aussieht, haben sie uns verraten.

„Corona hat uns den Wind aus den Segeln genommen“

Barbara zeigt uns die Landkarte und fährt mit dem Finger über die Küste Kroatiens, weiter nach Montenegro und dann nach Italien. So war der Plan. Das Mittelmer erkunden, bevor die Weltreise losgeht. Dann kam Corona. "Wer glaubt, dass der Lockdown im Wasser nicht gilt" ,erzählt Barbara. "Kennt Griechenland nicht." Hier wurde der Lockdown am Wasser rigoros durchgezogen. Das Paar entschloss sich also in Kroatien eine kleine Pause einzulegen. Bei einem kurzen Aufenthalt blieb es nicht. Erst für 2023 ist das Paar wieder optimistisch - was weitere Ziele wie Portigal, Kapverden und den Atlantik anbelangt. Und derweil? "Genieße man das Leben in Kroatien", sagt Barabara. 

© Barbara

„Wir bestellen auch bei Amazon – zu Handen Pink Penguin“

Über die Frage wie sehr sich denn das Leben am Wasser zu dem in einer Wohnung unterscheidet, lacht Barbara und zeigt uns ein Foto von ihrem Induktionsherd. „Sowas hatte ich mein ganzes Leben nicht“ meint sie. Ansonsten findet man alles, was man sonst auch hat. Fernseher, Heizung, Radio, Internet und eine der wichtigsten Sachen – die Nähmaschine. Mit der bearbeitet Barbara Segeln und Sonnendecks – die eigenen und die der „Nachbarn“. Sogenannte Nachbarn haben sogar ein Nagelstudio an Bord. Im Hafen wird gerne getauscht und natürlich geholfen. Barbara beschreibt uns das „Hafenleben“ äußerst harmonisch. Auch auf Amazon oder beim Essenslieferanten kann ganz einfach bestellt werden. Mit der Hafenadresse und dem Namen des Schiffes, ist auch das kein Problem. 

„Wir zeigen dir die Welt, wie sie uns gefällt“

Die beiden Wasserratten wollen auch anderen die Liebe zum Meer und zum Segeln näherbringen und beherbergen immer wieder Gäste auf ihrem Katamaran. Meist Freunde oder Freundesfreunde, aber bis her ging noch nie jemand enttäuscht von Bord.

© Barbara

© Barbara

© Barbara

„Sonnenuntergänge und Delfine klingen furchtbar kitschig – sind sie aber auch“

Auf die Frage nach dem allerschönsten Erlebnis als Segler hat Barbara ganz schnell eine Antwort. „Es ist einfach jeder Tag wunderschön, wir genießen die Freiheit so sehr.“ Dann erzählt sie uns aber noch von einem Sonnenaufgang, an dem sie „Dienst“ hatte. Draußen am Meer ist immer jemand am Steuer, wenn der andere schläft. Eine Gruppe Delfine tauchte am Horizont auf und sprangen quasi über die Sonnenstrahlen – richtig kitschig wie im Film. Nach der Frage nach den schlimmsten Erlebnissen läuft den beiden kalt über den Rücken. Einmal schlug ein Blitz am Schiff ein und grillte alle Elektrogeräte. Es war laut, gruselig, zog eine Baustelle und einen Schaden von 40.000 € mit sich. Sie erzählt aber auch von Flüchtlingsboten, die von Zeit zu Zeit im Hafen ankommen und Kinderweinen, wenn die Polizei eintrifft.

Das Ergebnis des Blitzschlages. © Barbara

Fazit von Michelle Kreuzmann, Content & PR Managerin: „Barbara und Wolfgang sind sehr inspirierende Persönlichkeiten. Die beiden haben sich damit wirklich einen Lebenstraum erfüllt. Solange es die Gesundheit zulässt, wollen sie an diesem Traum auch festhalten und so lange wie möglich auf der „Pink Penguin“ wohnen. Wir wünschen ihnen eine ruhige See, unvergessliche Sonnenuntergänge und alles Gute für ihre Weltumsegelung!“