Was Tschechien für Aktivurlauber zu bieten hat

Sport mit landschaftlichen Highlights - unser Nachbar Tschechien hat vor allem für Radfahrer einige Asse im Ärmel.

Warum zu Hause sitzen, wenn draußen so viele Versuchungen warten? Die Tschechische Republik hält für Aktivurlauber eine facettenreiche Angebotspalette bereit: Vom Rafting auf der
March über Kanufahrten auf der Moldau, von spannenden Klettersteigen bis hin zu romantischen Pferdekutschenfahrten mit der altböhmischen Pferderasse, den Altkladrubern. Oder dürfen es Wanderungen entlang des historischen Goldsteigs sein? Wem eine einfache Wanderung zu wenig ist, der wird in Tschechien auch fündig: Wanderausflüge zu den höchsten Gipfeln des Riesengebirges, gemütliche Radrouten entlang der südmährischen Weinwege, adrenalinhaltige Mountainbike-Trails in den tiefen Wälder des Böhmerwaldes und in der böhmisch-mährischen Hochebene. In Tschechien kommen alle Aktivurlauber auf ihre Kosten.

Wanderwege so lang wie der Äquator 

Wussten Sie, dass die tschechischen Wanderwegmarkierungen zu den verlässlichsten und zweckmäßigsten der Welt gehören? Sie können auf eine lange Geschichte bis ins Jahr 1889 zurückblicken. Sie werden sogar ins Ausland „exportiert“. Eine ebenso lange Geschichte hat der Wassersport in Tschechien. Doch bevor Kanus und Rafts die Flüsse eroberten, waren Flöße, die Holz transportieren, unterwegs. Von diesen stammt angeblich auch der amikale Gruß „Ahoj“, mit dem man sich bis heute in Tschechien grüßt. Zu den beliebtesten Flüssen für Wassersportler gehören die Moldau im Berich Böhmisch Krumau, die March unterhalb von Hanušovice, die Mäander der Lainsitz (Lužnice), das Flusstal der Sázava und das Flusstal der Eger (Ohře) im Abschnitt rund um den Hans-Heiling-Felsen (Svatošské skály).

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Unsere Empfehlung für zwei Räder

EuroVelo 4 – Mitteleuropa-Route
In Tschechien beginnt die EuroVelo 4 - Mitteleuropa Radroute - aus Bayern kommend bei Eger (tsch. Cheb). Entlang des Flusses Eger (tsch. Ohře) kommt man zuallererst in den weltberühmten Kurort Karlsbad. Hier verlässt die Radstraße den Fluss und führt als regionale Radroute 39 durch die wunderschöne Landschaft des Křivoklátsko Naturschutzgebiets (dt. Pürglitzer Wald) zur mittelalterlichen Burg Karlštejn und dann weiter als nationale Radroute 3 bis nach Prag. 

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Von Prag geht es weiter via der regionalen Radroute 17 (Greenway Jizera) bis zum Elberadweg. Hier führt die EuroVelo 4 parallel zum Elberadweg nach Kolín und weiter in die UNESCO-Stadt Kuttenberg. Quer durch Böhmisch-mährisches Hochland geht es nach Žďár nad Sázavou mit der UNESCO-Kirche Zelená Hora und durchs romantische Tal des Flusses Svratka nach Südmähren. Unweit Bystřice p. P. liegt die bildschöne gotische Burg Pernštejn und ein Stück weiter befindet sich das Kloster Porta Coeli bei Tišnov. Von da radelt man an der Brünner Talsperre bis nach Brünn mit seiner UNESCO-Villa Tugendhat und der Festung Špilberk. 

Östlich von Brünn liegt berühmtes Schlachtfeld Austerlitz, wo sich die geschichtsträchtige Drei-Kaiser-Schlacht zugetragen hat, in der Napolen Bonaparte einen seiner wichtigsten Siege feierte. Südmähren ist eine Region der Weine und Denkmäler. Die EuroVelo führt weiter nach Kyjov und an die March an der tschechisch-slowakischen Grenze. Am Flussradweg Morava führt von hier nach Strážnice und Kremsier mit seinen berühmten UNESCO-Gärten. Entlang der nationalen Radroute 5 geht`s via Hranice n. M. und am Fluss Oder nach Ostrau, der Hauptstadt der Mährisch-Schlesischen Region, wo sich ein Besuch das reichen Industrieerbes lohnt. Z.B. im Dolní
Vítkovicer Areal oder im Landek Park, der auch direkt an der Radroute EuroVelo 4 liegt. Insgesamt führen rund 2.200 km Radwege entlang der EuroVelo-Routen durch Tschechien.

Wandern in Südmähren/NP Thayatal
Den kleinsten von vier tschechischen Nationalparks findet man in Mähren, nahe der ehemaligen streng bewachten Grenzzone des Eisernen Vorhangs. Eine beliebte Route führt von Retz nach Znaim unter anderem über Nový Hrádek mit den romantischen Ruinen (Foto-Point!), die man nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad am markierten Weg erreichen kann. Von der höchsten Aussichtsplattform
sehen Sie den Thaya-Fluss, der sich an der Grenze zwischen Tschechien und Österreich schlängelt. Wildpferde der Rasse Exmoor-Pony kann man auf der Havranický-Heide und in Mašovice beobachten. Und schließlich laden bekannte Weindörfer mit malerischen Kellergassen zur Rast ein. Besuchen Sie unbedingt Hnanice, Nový Šaldorf-Sedlešovice oder Konice und Popice. Hier können Sie auch
das Geburtshaus von Charles Sealsfield besuchen - einem Journalisten, Schriftsteller und Reisenden, der vom amerikanischen Wilden Westen fasziniert war und nach dem eine der schönsten Aussichten auf die Thaya, „Sealsfieldstein“, benannt wurde. Schließlich erreicht man nach mehr als fünf Stunden Wanderung die königliche Stadt Znojmo/Znaim mit ihren mittelalterlichen Mauern und Türmen, die heute als Aussichtstürme dienen. Top-Attraktion ist der Untergrund von Znojmo – ein einzigartiges Labyrinth aus Gängen und Kellern, das größte in Mitteleuropa. Erkunden kann man dieses auf unterschiedlichen Routen, eine davon heißt Adrenalin-Route.
Länge/Gehzeit: 24 km; ca. 5,5 Std.
ohne Besichtigungen und Rast.

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© Südmährische Tourismuszentrale

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Ausgefallen: Übernachten im Bunker?
Hotel Happy Star****/Hnanice: Wellnesshotel mit Innenpool. Kulinarisch wird man mit mährischen und regionalen Spezialitäten verwöhnt. Hoteleigener Weinkeller. Hier kann man sogar in einem ursprünglichen Militärbunker aus der Vorkriegszeit übernachten. www.hotelhappystar.cz


Lahofer/Znaim***: Weinhotel im historischen Zentrum der Stadt. Das Hotel Garni verfügt über modern eingerichtete Zimmer und Weinhandlung.
www.hotel-lahofer.cz